Monika Lüthi: «Ich mag das Einsame am Schreiben.»
- schreibfrauen
- 17. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Monika Lüthi ist seit Juni 2021 Teil der Schweizer Schreibfrauen. Im November 2025 war sie erstmals an einem Live-Treffen dabei. An dieser Gemeinschaft gefällt ihr besonders, mit Gleichgesinnten über die Freuden (und Leiden) des Schreibens sprechen zu können. Sie ist Autorin von Thriller/Spannungsliteratur. Die Titel «Lautlos wie dein Verschwinden», «Solange du nicht stehen bleibst» und «Was du vergessen musst» hat sie als Selfpublisherin veröffentlicht – sie wäre allerdings nicht abgeneigt, in naher Zukunft Verlagsautorin zu werden ...
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Kurze Antwort: Durchs Lesen. Eine völlig eigene Welt aus dem Nichts zu erschaffen und nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, eigene Wünsche und Empfindungen, manchmal auch Ängste hineinprojizieren zu können – das faszinierte mich.
Ist das Schreiben eine einsame Angelegenheit?
Mehrheitlich ja. Das mag ich auch so gern daran. Da bin ich nur bei mir selbst, mache etwas nur für mich. Beim Veröffentlichen ist es alles andere als einsam: Lesungen halten, Buchhändlerinnen ansprechen, Bloggerinnen kontaktieren …
Wie sieht dein Schreibplatz aus?
Ich habe einen Eckschreibtisch mit mittlerweile drei Orchideen neben dem Fenster, Macbook und ein externer Bildschirm vor mir. Oft schreibe ich aber auch in Cafés oder am Handy im Bett.

Entwickelst du deine Charaktere während des Schreibens oder kennst du sie bereits, bevor du mit einer Geschichte beginnst?
Ich kenne ALLES, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Jede Figur, jeden Twist, sogar jede Szene. Das heisst aber nicht, dass sich das im Verlauf des Schreibens nicht ändert. Das tut es garantiert. Während des Schreibens kommen mir ständig neue Ideen. Manche davon sind gut, andere nicht.
Wann wurde dein erstes Buch veröffentlicht?
Im Jahr 2021, an meinem Geburtstag, am 18. September. In «Lautlos wie dein Verschwinden» geht es um Isabel, die Mutter eines sechs Monate alten Mädchens, Leonie. Seit der Geburt hat Isabel wahnsinnige Angst, dass ihrem Kind etwas zustossen könnte. Als Leonie entführt wird, werden ihre grössten Albträume wahr.

Welche Risiken bist du auf deinem Weg als Autorin eingegangen? Und hat sich eines besonders gelohnt?
Finanzielle Risiken: Von Lektorat über Korrektorat und Coverdesign habe ich alles aus eigener Tasche bezahlt. Bei meinem dritten Buch habe ich über zweitausend Franken allein ins Marketing investiert. Das hat sich insofern gelohnt, als dass es das Buch in die Top 100 der Amazon Kindle Charts geschafft hat.
Wer bist du abseits vom Schreiben?
Ich bin Mutter von drei, Redaktorin, Aquarellkünstlerin, Müsliliebhaberin, Kraftsportlerin, Bergsteigerin und noch vieles mehr.

Welche Bücher liest du Privat? Und hast du Lieblingsautoren?
Das ändert sich laufend (so jährlich) ... In letzter Zeit gefielen mir Charlotte McConaghys "Die Rettung", Regina Denks "Der Fährmann", Taylor Jenkins Reids "Atmosphere" und "Der Brand" von Daniela Krien sehr gut.
Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Leute, die mit dem Schreiben beginnen wollen?
Schreib drauf los und denke erst später darüber nach.
Lies viel, das schult das Gefühl dafür, wie gute Geschichten aufgebaut sind und warum sie wirken.
Vergleiche dich nicht mit anderen.
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Besten Dank für den spannenden Einblick in dein Schreiben. Frauen, die mit ihren Ängsten konfrontiert werden, das find ich nur schon alsThema sehr interessant. Und dass es du als Mutter von drei zum schreiben bringst, Ist bewundernswert. Viel Glück für deine weitere Arbeit!
Interessant, danke. Ich staune immer wieder, wieviel Geld SelfpublisherInnen investieren. Finde ich ja gut. Nur: ich könnte das ganz einfach nicht.
Liebe Monika
So ein tolles Interview :)! Ich bewundere dich, wo überall und vor allem wie fleissig du schreibst! Ganz herzliche Grüsse, Edith