Edith Gould: «Erst habe ich Tagebücher geschrieben. Die Peinlichsten habe ich sicherheitshalber verbrannt.»
- schreibfrauen
- 26. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Edith Gould hat schon immer geschrieben. Erst Tagebücher, später ihre erste Liebeskomödie «Karpfen im Froschteich». Heute bloggt sie, versendet regelmässig einen Newsletter – aus dem ihr zweites Buch mit witzigen Adventsgeschichten entstanden ist – und auch ein weiterer Roman ist in Arbeit, den sie voraussichtlich im Selfpublishing veröffentlichen wird. Seit 2023 ist sie ein Teil der Schweizer Schreibfrauen und schätzt das gebündelte Wissen dieser Gemeinschaft.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich war das Schreiben schon immer da. Erst in Form von Tagebüchern, in denen erste Lieben und allerlei Hochs und Tiefs teils dramatisch-komisch festgehalten wurden. Die Peinlichsten habe ich sicherheitshalber verbrannt. Später geisterte mir eine Romanidee im Kopf herum, die mich nicht mehr losließ. Bis daraus aber tatsächlich ein richtiges Buch entstand, vergingen fast zwei Jahrzehnte.
Ist das Schreiben eine einsame Angelegenheit?
Wenn man das nicht möchte, dann nicht. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Internet (und bestimmt auch offline) mit anderen Schreibenden zu vernetzen.
Ich habe durch die Ausbildung zur Romanautorin ein wunderbares Schreibteam, mit dem ich noch heute eng verbunden bin. Wir tauschen uns in regelmäßigen Abständen über unsere Projekte aus und fahren immer an Pfingsten in den Schwarzwald, um dort gemeinsam zu schreiben. Aber auch über Instagram, Workshops und Buchmessen habe ich sehr schöne Kontakte geknüpft. Und mit den Schreibfrauen habe ich ein Netz von Schreiberinnen gefunden, bei dem ich mir schon öfter wertvolle Tipps holen konnte.
Wie sieht dein Schreibplatz aus?
Chaotisch :) … Ich habe eine Vorliebe für Papier, die meinem Schreibtisch oft zum Verhängnis wird. Glücklicherweise habe ich ein eigenes Büro.
Entwickelst du deine Charaktere während des Schreibens oder kennst du sie bereits, bevor du mit einer Geschichte beginnst?
Ich kenne meine Hauptfigur und die wichtigsten Nebenfiguren vor dem Beginn der Rohfassung relativ gut. Ich habe ein Notizbuch, in dem ich je auf einer Doppelseite die wichtigsten Charakterzüge, Vorlieben und das Aussehen meiner Figuren festhalte. Manchmal lerne ich meine Figuren auch in einem «Couchgespräch» kennen - klingt verrückt? Ist es irgendwie auch. Aber es funktioniert tatsächlich ganz gut. Natürlich wandeln sie sich auf dem Weg durch die Romanhandlung noch und gewinnen weiter an Tiefe. Weniger wichtige Figuren tauchen meist erst im Schreibprozess auf und bleiben auch eher vage.

Wann wurde dein erstes Buch veröffentlicht?
Ich habe mein Debüt «Karpfen im Froschteich» im Sommer 2024 im Selfpublishing veröffentlicht. Es ist eine Zentralschweizer Liebeskomödie, in der Spitex Mitarbeiterin Katja die Hauptrolle spielt. Sie verrennt sich in falsche Freundschaften, nimmt kuriose Nebenjobs an, um mit diesen Freundinnen mitzuhalten und lernt ausgerechnet dabei wahre Freundschaft kennen. Und ganz nebenbei verliebt sie sich noch ;) …
Besonders freue ich mich, dass meine Liebeskomödie am 26.6.2026 auch als Hörbuch erscheint.
Welche Risiken bist du auf deinem Weg als Autorin eingegangen? Und hat sich eines besonders gelohnt?
Für mich war schon früh klar, dass ich meinen Roman im Selfpublishing veröffentlichen möchte. Vor allem, weil ich die Freiheiten, die dieser Veröffentlichungsweg mit sich bringt, sehr schätze.
Das Risiko, dass ich dabei eingegangen bin und was eher unüblich ist, war, dass ich eine eigene Auflage habe drucken lassen. Damit bin ich ein finanzielles Risiko eingegangen. Weil ich bei jedem Produktionsschritt auf Qualität gesetzt habe und sowohl online als auch offline viel unternommen habe, um mein Buch sichtbar zu machen, hat das für mich aber gut funktioniert. Darum habe ich auch bei meinem zweiten Buch «Advent, Advent, der Tannenbaum brennt!» auf eine eigene Auflage gesetzt.

Wer bist du abseits vom Schreiben?
Da bin ich Putzfrau, Familienmensch, Freundin, Marketingbeauftragte, Blogschreiberin, Technik-Kung-Fu-janerin und manchmal einfach faul-auf-dem-Sofa-liegerin. Am liebsten mit einem guten Buch.
Welche Bücher liest du Privat? Und hast du Lieblingsautoren?
Durch meine Hörbuch-Liebe bin ich sehr breit aufgestellt. Egal was Genres oder Autoren angeht. Doch meine Lieblingsautoren, die mich schon über viele Jahre treu begleiten, sind Kerstin Gier, Ildikó von Kürthy und Jan Weiler.
Ich habe aber auch schon mehrere tolle Bücher aus dem Schreibfrauenkreis gelesen. Einige davon finden sich auch bei den Lesetipps auf meinem Blog wieder ...
Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Leute, die mit dem Schreiben beginnen wollen?
Setze dir realistische Etappenziele. Ein Roman ist ein Marathon und kein Sprint. Es wäre schade, wenn dir die Luft ausgeht, bevor das Ziel auch nur in Sichtweite kommt ...
Sei dir bewusst, warum du schreibst. Davon wirst du bei Flauten zehren.
Eigne dir das Schreibhandwerk an – jedenfalls wenn du vor hast, Bücher zu verkaufen. Damit wirst du dir und deinen zukünftigen Lesern einen grossen Gefallen tun.
Lust noch mehr über Edith Gould zu erfahren?





Du machst alles ganz wunderbar, liebe Edith. Du bist unglaublich im Fluss. Es ist eine Freude, dich bei deinem Tun und Schreiben im Blick zu haben. Ich schaue gerne immer wieder bei dir vorbei. Herzliche Grüsse, Karin
Du bist unglaublich kreativ und vielseitig. Ich bewundere das! Und ich wünsche dir in deinem Schaffen weiterhin ganz viel Erfolg! 😘
Liebe Edith,
ich finde es ganz toll, wie du dich für die Vernetzung und Sichtbarkeit von uns Schreibfrauen einsetzt. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg!
Liebe Grüsse, Karin